smartrail 4.0: Zusammen kommen wir ans Ziel.

Smartrail 4.0 ist ein Branchenprogramm, welches im Sinne des Gesamtsystems priorisiert und Kräfte konzentriert. Ziel der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Entwicklung von Lösungen, die von den teilnehmenden Bahnen getragen werden, hin zu einer weitgehenden Digitalisierung und Automatisierung der Bahnproduktion. Mit diesem Fokus werden im Rahmen von smartrail 4.0 Standards der Branchen weiterentwickelt, die insbesondere die Interoperabilität von Fahrzeugen und Systemen sicherstellen. Dies wird erreicht durch eine gemeinsame Abstimmung der technologischen Entwicklung, der Nutzung von Synergien und eine frühzeitige Koordination der Architektur und Migrationsplanung. Das erarbeitete Wissen steht allen Partner zu. Es wird keine Vorbefassung generiert und keine proprietären Systeme geschaffen. Smartrail 4.0 arbeitet aus diesem Grund auch national und international aktiv mit zahlreichen Partnern zusammen (Abbildung Stakeholder-Welt)

Branchenzusammenarbeit national und international

Bahnbranche Schweiz:
smartrail 4.0 ist als gemeinsames Branchenprogramm SBB, BLS, SOB, RhB und VöV aufgesetzt. Die Zusammenarbeit der Schweizer Bahnbranche ist etabliert. Im Lenkungsausschuss und der Projektorganisation von smartrail 4.0 arbeiten Vertreterinnen und Vertreter des Verband öffentlicher Verkehr (VöV), der SBB, BLS, SOB und RhB mit. Die weiteren Bahnunternehmen sind über die VöV-Gremien in die Arbeiten integriert. Auch in den vier Steuerungsausschüssen Planung und Betrieb, Anlagenveränderung, Zugführung und Fahrzeugarchitektur nehmen Vertreterinnen und Vertreter der obgenannten Bahnen Einsitz, und zwar sowohl von der Infrastruktur- wie auch von der Verkehrsseite.

Bahnbranche international:
Die internationale Zusammenarbeit ist von grosser Bedeutung. Denn die Schweiz will keine Insellösung. Um die Ziele zu erreichen und die Bahn in die Zukunft zu führen, braucht es internationale Kooperationen. Anforderungen und eine gemeinsame Architektur grosser europäischer Bahnen sind nötig, um einen kompetitiven Markt für innovative Komponenten und Systeme zu schaffen und um bei Bedarf europäische Normen gemeinsam weiter zu entwickeln.

Deshalb wurden bereits Kooperation mit mehreren europäischen Bahnen zu spezifischen smartrail 4.0 Themen wie Gesamtarchitektur, Traffic Management System und Lokalisierung eingegangen oder sind in Erarbeitung. Wichtige Partnerbahnen wie die DB, SNCF und ÖBB haben auch vergleichbare Programme gestartet. Zusätzlich unterstützt smartrail 4.0 die Gruppen EUG (ERTMS User Group) und EULYNX bei der Erarbeitung einer Gesamtarchitektur unter dem Namen RCA (recommended CCS architecture). Diese Gesamtarchitektur soll jeweils als Basis für Ausschreibungen der Bahnen dienen und die Standardisierung verbessern.

Wissenschaft

Für vertiefte Untersuchungen arbeitet smartrail 4.0 mit Forschungseinrichtungen im In- und Ausland zusammen. Dabei kann es sich um direkte Mandate, PhDs oder Studentenarbeiten handeln. Folgender Auszug gibt einen Einblick in die Themen, die bereits adressiert wurden:

  • Arbeitspsychologische Auswirkungen der Automatisierung (Auftragsforschung, FHNW)
  • Traffic Management, Flux (PhD, ETHZ)
  • Forschungsarbeit Moving Block (Prof. Corman, ETHZ)
  • Kapazitätsplanung über alle Zeithorizonte (Auftragsforschung, ETHZ)
  • Vision-based localization and mapping for high precision localization of trains with on-board sensing (PhD, ETHZ)
  • Robustness eines Traffic Management Systems für die Bahn (Masterarbeit, RWTH Aachen)
  • Zuglaufoptimierung innerhalb von Zeitbändern mittels ASP (Universität Potsdam)
  • Gefährdungsanalyse mit STPA (Auftrag, ZHAW)

Industrie

Die Industrie bleibt auch in Zukunft für die Lieferung von Anlagen und Komponenten wichtig. Smartrail 4.0 bezieht die Industrie in der Projektierungsphase für inhaltliche Beiträge ein. Denn während das Programm die Architektur und Funktionen definiert, entwickelt und realisiert die Industrie Applikationen, Systeme und/oder Produkte. Smartrail 4.0 ist bei der Entwicklung von Lösungen und Produkten auf etablierte sowie auf neue Industriepartner angewiesen. Um die Zusammenarbeit und Verfügbarkeit am Markt optimal aufzugleisen, wird die Industrie deshalb laufend eingebunden in den Stand der Arbeiten seitens des Programms. Austauschplattformen wie Industrie- und Innovationstage werden aufgesetzt, um den Austausch und die Zusammenarbeit zu fördern. Ausserdem werden auf der Website sowie auf simap laufend neue Arbeitsstände publiziert. Für die Erprobungs- und Rolloutphase wird es klassische Ausschreibungen geben.